Mini ITX Server



Ich habe für den privaten Einsatz einen Mini ITX als Server gewählt, da es diese Rechner in sehr stromsparenden Ausführungen gibt, die trotzdem noch über genug Leistung verfügen.


Wahl der Hardware

Alle meine Anleitungen zum Thema Mini Server werden sich auf diese Hardware beziehen, sofern nicht ausdrücklich etwas anderes geschrieben wird. Allerdings sind im Regelfall die Anleitungen mit evtl. leichten Änderungen auch für andere Hardware passend. Es obliegt dem Leser sich andernweitig (entsprechende Foren, andere Homepages) sich mit den Eigenheiten seiner speziellen Hardware vertraut zu machen.

Ein Jetway J7F4K1G2 P 1200MHz Mini-ITX ist als Motherboard verbaut. (ca. 160€)
Es hat einen 6W 1,2GHz Prozessor,
zwei Gigabit LAN Anschlüsse, was wichtig ist wenn man das DSL-Modem direkt an den Jetway hängen will, aber trotzdem noch einen freien Netzwerkanschluss braucht.
einen PCI Slot Leider habe ich kein Board mit mehr PCI Slots gefunden, dass auch sonst den Ansprüchen genügt.
einen DDR2 Slot für maximal 1GB hier ist es wichtig, dass es DDR2 und nicht DDR Ram ist, da DDR2 schneller und wesentlich günstiger ist. zwei SATA Anschlüsse
einen IDE Anschluss
PADLOCK ein onboard Hardware Encryption Chip, der dem Prozessor viel Arbeit abnimmt, wenn man seine Festplatte verschlüsselt. und das übliche also
onboard Grafik (ja zocken kann man drauf nicht aber es soll ja ein Server werden)
onboard Soundkarte (zum Einspeisen von Musik in die Stereoanlage reicht es aus)

Zusätzlich verbaut ist
1GB DDR2 Ram (ca 20€)
ALL0281 wLAN PCI Karte mit Atheros Chipsatz (ca 30€) Diese Karte habe ich gewählt, da die madwifi Treiber, also die Treiber die man für die karte unter Linux verwenden kann, halbwegs einfach unter Debian zu installieren sind und die Karte selbst gut ist; sie unterstützt sowohl Monitor, als auch AccessPoint Modus.
160GB 2,5 Zoll sata SAMSUNG HM160HI Festplatte (ca 110€) Es musste eine 2,5Zoll PLatte sein, da diese wesentlich weniger Strom als eine 3,5 Zoll Platte verbraucht. Leider muss man hier damit Leben, dass 2,5 Zoll Platten in der Regel nicht für den Dauerbetrieb gedacht sind. Wenn man viel Filesharing etc. betreibern will sollte man eher zu einer 24/7 tauglichen 3,5 Zoll Platte greifen.
Morex Cubid 2788 (ca. 100€) ist das Gehäse in dem alles steckt. Das ist natürlich Geschmackssache.
Teledant USB 2a/b ist per USB angeschlossen. Diese wird als ISDN Karte verwendet. Sie ist Grundvorrausetzung, wenn man seinen Rechner per Telefon steuern will.



Wahl des Betriebssystems

Debian Stable. (Etch).
Alle Anleitungen zum Thema Mini ITX Server beziehen sich auch auf dieses Betriebssystem. Wer eine andere Linux Distribution verwenden will muss die entsprechenden distributionsspezifischen Befehle auf sein System anpassen. Wie man Debian Etch auf dem Jetway installiert.



Einsatzzweck des Servers

Router

Grundfunktion ist erstmal, dass der Mini ITX Server die Verbindung zum Internet herstellt, und anderen Rechner, die mit dem Mini ITX Server verbunden sind, über diesen ins Internet kommen. Dies erreichen wir über sogenanntes Masquerading. Das dafür verwendete Programm heisst shorewall und ist in der Hauptfunktion eigentlich eine Firewall.
Da der Mini ITX Server das intere Netz (LAN) vor dem bösen Internet schützen soll, empfiehlt es sich auch gleich eine Firewall auf zu setzen. Auch hierfür verwenden wir shorewall

.
Dann soll auch ein WLAN her und damit wir dafür nicht extra einen Wireless Lan Access Point kaufen müssen soll auch diese Aufgabe übernommen werden. Hierbei ist es wichtig, dass die verbaute WLAN Karte auch den AccessPoint Modus unterstützt. Auf Nachfrage bei einem (mir kompetent erscheinendem) Verkäufer wurde mir gesagt, es wü:rde bislang keine USB WLAN Sticks geben die AP Modus unterstuetzen. Also müssen wir in den sauren Apfel beissen und den einzigen PCI Slot dafür verwenden oder den WRT54Gl (oder einen anderen geeigneten WLAN AP) an den freien Netzwerk Port des Jetways hängen und damit unseren WLAN AP erstellen. Die zweite Möglichkeit wird sogar zur einzigen wenn man die verbauete wLAN Karte als Client oder zum Sniffen einsetzen will. Um einen Access Point zu betreiben nutzen wir hostapd.



Telefonanlage

Hierfür braucht man eine ISDN Karte. Falls man den PCI Slot schon für eine wLAN Karte oder andernweitig belegt hat braucht man hier entsprechend eine USB ISDN Karte.
Da die Teledat USB 2a/b früher oft als AB Wandler zu Telefonanschlüssen mitgeliefert wurde und damit noch in vielen Kellern ungenutzt vor sich hin vegetiert habe ich mich für diese entschieden.
Die Teledat wir mit den AVM Fritz USB ISDN Treibern angesprochen (fxusb).
Eine ISDN Karte die direkt vom Linux Kernel unterstützt wird wäre ein absoluter Traum, leider habe ich noch keine solche in Münchner Computerläden gesehen. Wer etwas dazu weiss, soll mir doch bitte eine EMail schreiben (admin@hendlsofen.de).
Es gibt für die AVM Karten auch OpenSource Treiber (mISDN) allerdings konnte ich damit DTMF (die Tastentöne) nicht zum laufen kriegen, DTMF ist aber Grundvorraussetzung, wenn man seinen Computer per Telefon fernsteuern will.



Filesharing Client

Das ist wirklich simpel. Ein entsprechendes Programm installieren und laufen lassen.... und dann merken, dass der Prozessor enorm in die Knie geht. Abhilfe schafft der Torrent Client rtorrent.
rtorrent steht unter der GPL, ist in den Standard Repositories von Debian vorhanden und verursacht kaum Prozessorlast. Ein absoluter Traum für 24/7 Leecher. Ich habe mit dem Client auch problemlos meine 16MBit (~ 1900 kByte/sek) auslasten können. Der Esel (eDonkey, eMule, aMule, etc) und andere Torrent Clients (ktorrent, azureus) lasten auch mal ganz schnell meinen 3GHz Rechner aus und schaffen dann gerade mal Ladegeschwindigkeiten von 600 bis 700 kByte/sek.