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Mini ITX Rechner als Telefonanlage
Es ist möglich einen Rechner, in diesem Fall der Mini ITX Server, zu verwenden um eingehende Telefonanrufe
zu verarbeiten, weiterzuleiten, oder damit seinen Computer fernzusteuern.
Man braucht dazu drei Dinge:
eine ISDN Karte, die von Linux unterstützt wird,
die asterisk Software, die es umsonst zum runetrladen gibt (und wieder einmal ein hoch auf opensource ;) )
und Grundkennstnisse des Programmierens, die man sich, falls noch nicht vorhaden auch schnell aneignen kann.
ISDN Karte
Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten, ich zähle hier nur, die Karten auf, die ich selber besitze
und in Verbindung mit asterisk bereits genutzt habe:
AVM Fritz ISDN PCI
Der Vorteil dieser Karte liegt in der Verfügbarkeit. So gut, wie jeder Computerladen hat diese Karte vorrätig.
Ein Nachteil ist ganz klar, dass damit der eine PCI Platz des Mini ITX Mainboards verbraucht ist. Ein weiterer
sind die, aus meiner Sicht, mangelhaften Treiber. Es ist mir bis heute nicht gelungenm die Treiber dafür unter
einem neuerem Linux Kernel (>2.6.20) zum laufen zu kriegen. Da allerdings neuere Kernel im Umgang mit
den VIA C7 Prozessoren (so einer ist auf dem Jetway Board) sind, ist es anzuraten einen solchen zu nutzen.
Und selbst unter älteren Kernen muss man selbst am Code der Treiber rumpfuschen. Der Vollständigkeit halber muss
ich hier zugeben, dass ich bislang nur die sogennanten CAPI Treiber für diese Karte versucht habe. Evtl.
läuft die Karte mit einem neueren Kernel mit Hilfe der
mISDN Treiber.
AVM Fritz ISDN USB
Vorteil ist wie bei der PCI Variante, dass man die Dinger recht problemlos herbekommt.
Insbesondere ist der Teledat USB 2a/b mit den gleichen Treibern zu nutzen (mit ein wenig mehr Pfusch
am Treiber selbst).
Zudem bleibt der PCI PLatz auf dem Mainboard frei.
Auf dem Teledat sind zudem noch Lichter, die anzeigen wieviele ISDN Leitungen (max. 2) des Geräts bereits
belegt sind.
Nachteil ist der gleiche, wie bei der PCI Variante, also die, aus meiner Sicht, mangelhaften Treiber
für Linux. Hier war es mir nicht möglich, die CAPI Treiber mit einem Kern >2.6.18 zum Laufen zu kriegen.
Die mISDN Treiber scheinen die Teledat USB 2a/b überhaupt nicht zu erkennen.
HFC ISDN PCI
Nachteil ist auch hier wieder der belegte PCI Slot. Die Treiber sind leider auch nicht das Gelbe vom Ei,
sie werden zwar anstandlos auch unter neueren Kernen (z.B. 2.6.22.16) geladen und die Karte tut Ihren Dienst,
aber die Karte mit den zaphfc Treibern ist sehr zickig. Wenn der Prozessor mal andere Dinge zu tun hat und stark
ausgelastet ist, fangen die Treiber an rumzumeckern und das mit einer solchen Geschwindigkeit, das allein
durch die Log-Dienste der Prozessor schon wieder ausgelastet wird. Das kann man aber beheben indem man an dem
Treibern selbst Hand anlegt und die Zeilen, die für das Ausspucken der Fehlermeldungen zuständig sind
auskommentiert. Ein weiteres Problem ist, dass die Karte einen IRQ für sich selbst haben sollte. Das ist aber
auf dem hier beschriebenen Mainboard nicht möglich (zumindest mir nicht mit BIOS A05). Die Karte teilt sich
immer den IRQ mit dem SATA Controller. Das führt dann zum spontanen Hängenbeleiben des ganzen Systems.
Auch hier könnte man es noch mit den mISDN Treibern versuchen. Beziehen
kann man diese Karte zum Beispiel beim Conrad.
HFC ISDN USB
Billion USB Tiny ISDN TA
Das ist meine Wahl; zumindest bislang.
Hier findet sich noch eine Liste
von anderen Geräten die in gleicher Weise untertützt werden sollen. Selsbt versucht habe ich aber bislang
nur mit der Billion USB Tiny ISDN TA.
Vorteile sind der günstige Preis (hab dafür 8€ bei ebay hingelegt, gebraucht).
Der PCI Slot bleibt frei. Die Leitungsbelegung wird durch Lichter angezeigt.
Diese Karte habe ich nicht mit den zaphfc Treibern zum laufen gebracht. Mit mISDN
funktioniert es problemlos (wenn man weiss wie). Die Sprachqualität leidet zwar unter einer hohen CPU
Last aber die Treiber scheinen sonst unproblematisch.
asterisk
asterisk ist eine Software, die dem Computer, die Fähigkeit verleiht Sprachverbindungen anzunehmen,
herzustellen, weiterzuleiten und zu verarbeiten.
Man kann sie z.B. nutzen um eine Rufnummer einzurichten bei der man sich per Tastentöne (DTMF) durch
Menus wählt: "Drücken Sie die 1 um ....." und damit Befehle auf dem Heimserver per Telefon ausführen.
Man kann Anrufe einfach weiterleiten. Das ist z.B. nützlich wenn man die Möglichkeit hat umsonst vom Handy
zuhause anzurufen und umgekehrt. Dann können zuhause eingehende Gespräche einfach vom Computer
weitergeleitet werden, und weder man selbst noch der Anrufer muss dafür extra zahlen. Oder wenn man von
zuhause aus Festnetze umsonst anrufen kann, dann ruft man halt mit dem Handy zuhause den Computer an und der
verbindet das Gespräch dann weiter. ACHTUNG: Hierbei sollten unbedingt die AGB des Telefondienstanbieters
beachtet werden.
Das ganze geht selbstverständlich auch per Internettelefon: Also man ist mit dem Laptop unterwegs und ruft
mit einem SIP(oder IAX) Softphone vom Laptop (Mikro, Lautsprecher und Internet erforderlich) den Heimserver
an und der leitet das Gespräch über das Festnetz weiter.
Die Liste an Möglichkeiten ist noch lange nicht am Ende.... es kommt nur auf die eigene Kreativität an.
Grundkennstnisse des Programmierens
Vorkenntnisse erleichtern einem den Einstieg wesentlich. Um die oben genannten Ideen umzusetzen muss man
dem Rechner mitteilen, wie er mit Anrufen umzugehen hat. Das fängt bei einfach IF Abfragen an, also z.B.
eine Abfrage, die ermittelt von welcher Nummer aus angerufen wird. Es wird imperativ programmiert, d.h. es
einfach eine Liste an Befehlen abgearbeitet.
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